Trial ist Geschicklichkeitsfahren über Stock und Stein, bei dem man die Füße nicht auf die Erde setzen darf. Es kommt also nicht auf die Geschwindigkeit an, es ist auch kein Kampf Mann gegen Mann, sondern der Versuch, schwierigste Geländepassagen mit dem Motorrad fehlerfrei zu bewältigen. Den Zuschauer begeistert die spielerische Eleganz, mit der das Vorderrad über die Hindernisse hinweggehoben wird, Geröllfelder durchfahren, Felsen überklettert und Steilhänge erklommen werden. Den Fahrer fesselt das erhebende Gefühl, mit der Maschine eine funktionierende Einheit zu bilden, Trial beschränkt sich nicht nur auf das reine Bedienen eines Motorrades, Trial ist mehr: nur die richtig koordinierten Körperbewegungen mit der entsprechenden, durch die Gashand gesteuerten Unterstü;tzung des Motors ermöglichen es, die gestellten Aufgaben (Sektionen) durch überlegtes Ausnützen der physikalischen Gesetze fehlerfrei zu bewältigen. Und so ist Trial die geeignetste Vorschulung zur Beherrschung des Zweirades überhaupt.

Das ist noch nicht alles, Trial ist mehr: es ist die ideale Motorsportart, um Kindern und Jugendlichen einen spielerischen und lustvollen Umgang mit dem Kraftfahrzeug zu ermöglichen und gleichzeitig einen verkehrserzieherischen Einfluß auszuüben. Trial spricht darüber hinaus das technische Interesse nicht nur Jugendlicher an und bringt Lernprozesse in Gang, die Einsicht in den umfangreichen Funktionsablauf eines Kraftfahrzeuges gestatten und somit über die spezielle Technik einer Trialmaschine hinausgehen. Trial ist "die Wiege des Motorradsportes" nicht nur aus geschichtlicher Sicht, sondern es wird ein fahrtechnisches Wissen und Können verlangt und vermittelt, das den soliden Grundstein für praktisch jeden Motorsport legt.

Ein Trialfahrer ist in anderen Motorradsportarten nicht gleich der Schnellste, aber einer der Sichersten und Umsichtigsten, weil er durch die Trialerei alle Fahrtechniken kennt und beherrscht. Unter Veranstaltungsbedingungen zeichnet ihn das situationsbezogene, abwägende und doch entschlossene Handeln unter Berücksichtigung der eigenen Fähigkeiten aus, das für einen Gleichgewichtsfanatiker unabdingbar ist.